"Luther": Stummfilm mit Live-Orgel

Erstellt am 27.09.2017

Zum Reformationsjahr ein außergewöhnliches Kulturevent: Am Freitag, 17. November, zeigt die Johannes-Kirchengemeinde ab 20 Uhr den Stummfilm „Luther“ von 1927 in der Queller Johanneskirche – live an der Kirchenorgel begleitet von Stephan Graf von Bothmer.

Der Berliner Komponist und Pianist hat eine packende Live-Filmmusik komponiert, welche die erhabenen Szenen strahlen lässt, aber auch die tiefen Momente auslotet und deutschtümelnde Stellen entlarvt. Sie versucht, Luther als Mensch mit Ängsten, Unzulänglichkeiten, revolutionären Einsichten und mutigen Entscheidungen zu durchdringen. Dabei geht die Musik weit über eine bloße Begleitung hinaus und lässt den Film überraschend modern und fast verstörend aktuell wirken.

In seiner einzigen Regiearbeit inszeniert der erfolgreiche Drehbuchautor Hans Kyser mit Helldunkel-Techniken, die er sich bei barocken Malern wie Rembrandt abgeschaut hatte. Durch die Restaurierung sind diese wunderbaren Licht-Schatten-Wirkungen erstmalig wieder voll erlebbar.

Der Film erzählt Luthers Leben aus der Perspektive von 1927: Studienzeit, dunkle Momente, das Gewittererlebnis, sein Leben als Mönch, seine Zweifel, seine exzessiven Bibelstudien, seine Entdeckung, dass Gott barmherzig ist und kein zürnender Richter, die Konfrontation mit dem Ablasshandel, das Anschlagen der 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg, der Reichstag zu Worms, Bannbulle des Papstes und Reichsacht, die Bibelübersetzung auf der Wartburg und schließlich die Bilderstürmer mit Luthers Heimkehr nach Wittenberg.

Rechtzeitig zum Reformationsjahr 2017 wurde der Film vom Bundesarchiv-Filmarchiv aufwändig rekonstruiert und restauriert.

Eintritt frei, Spenden willkommen.