Fluchtpunkt Bielefeld: viele Antworten und noch mehr Fragen

Erstellt am 21.10.2014

Wie leben Flüchtlinge in Bielefeld? Wie kann man ihnen helfen?  Um diese und viele andere Fragen kreiste die Podiumsdiskussion "Fluchtpunkt Bielefeld" am Dienstagabend im Gemeindehaus.

Geschäftsführer Jürgen Beier (rechts im Bild) berichtete den mehr als 40 Zuhörern, wie die Arbeit in der Erstaufnahmestelle an der Gütersloher Straße abläuft. 250 Betten hat das Haus, 200 weitere kommen durch einen Neubau 2015 hinzu. "Wir sind an der Belegungsgrenze", betonte Beier. Vor allem Syrer und Iraker, aber auch viele Menschen aus Balkan-Staaten und aus Südasien  leben zurzeit in dem Heim - meistens für einige Tage, ehe sie auf andere Einrichtungen in NRW verteilt werden.

Beier betonte, dass zwei Sozialarbeiter die Flüchtlinge betreuen und nur qualifiziertes und erfahrenes Sicherheitspersonal vor Ort ist. Auf die Ereignisse in Burbach angesprochen stellte er klar: "Ich kann ausschließen, dass so etwas bei uns passiert." 

Gertrud Heinemann berichtete aus ihrer Praxis als Flüchtlingsberaterin beim Deutschen Roten Kreuz. "In Bielefeld kommen täglich 70 bis 150 Flüchtlinge an", verdeutlichte sie die praktischen Herausforderungen. Viele Menschen seien völlig mittellos, die Verständigung bleibe oftmals schwierig.

Die Unterbringung in wechselnden Heimen erschwere eine dauerhafte Betreuung. Die Bundesregierung sei nicht vorbereitet gewesen, viele Kommunen wehrten sich zudem gegen die Einrichtung neuer Wohnheime, kritisierte sie.

Wie kann man den Flüchtlingen vor Ort helfen? Viele Ideen kamen auf und werden hoffentlich weiterverfolgt. Eine Idee hatte die Johannesgemeinde bereits in die Praxis umgesetzt. Einmal pro Woche macht sie Kindern im Wohnheim ein Spielangebot. "Dienstags ist bei uns Weihnachten", berichtet Geschäftsführer Beier - und hofft, dass die Gemeinde das Angebot noch ausbauen kann.

Wer sich hier engagieren möchte, kann sich bei den Presbyterinnen Barbara Leimkuhl, Tel. 0521/45 10 20, und Gisela Lipka, Tel. 0521/946 76 33, informieren.

Nachdem Pfarrer Carsten Ledwa (2. von rechts) die Gäste im Gemeindehaus begrüßt hatte, moderierte der Queller Journalist Bernhard Hertlein die Diskussion.