Besonderes Bauwerk: 50 Gäste bei Führung durch die Johanneskirche

Erstellt am 24.04.2016

Ist die Johanneskirche ein besonderer Bau? Ja, findet Dr. Ulrich Althöfer. „Sie markiert einen Wendepunkt“, erklärte der Kunsthistoriker. Der beim evangelischen Landeskirchenamt tätige Experte führte jetzt 50 Interessierte durch das Gotteshaus und berichtete über die Geschichte und Architektur.

Die Führung war der Auftakt zur Jubiläumsreihe „60 Jahre Johanneskirche“ der Johannes-Kirchengemeinde Quelle-Brock. Zudem eröffnete die Gemeinde  eine von Gemeindemitglied Ingrun Osterfinke zusammengestellte Ausstellung mit Fotos aus der Bauzeit der Kirche.

Anschaulich und unterhaltsam stellte Ulrich Althöfer die baulichen Besonderheiten des markanten Gebäudes heraus, die ihn von den vielen Neubauten der 50er Jahre abheben. So ist das Kirchenschiff nicht rechtwinklig, der First neigt sich zum Altar hin, der Turm steht abseits des Gebäudes. Die Ziegelfassade ist durch weiße Betonelemente gegliedert.

Mit diesen und anderen Merkmalen markiert die Johanneskirche einen Wendepunkt und steht am Anfang einer neuen Entwicklung, so der Kunsthistoriker: Weg von den rechtwinklig geformten, schlicht gestalteten Kirchenbauten der 50er Jahre wie der Senner Christuskirche. Hin zu Sonderformen mit experimentellen Grundrissen und Gestaltungen.

Kein Wunder, dass die Auswahl des Architektenentwurfs von Günter Schmidt seinerzeit nicht unumstritten war. Für die Queller und Brocker Protestanten  ist die Johanneskirche längst der geschätzte Mittelpunkt des Gemeindelebens geworden, für den Stadtteil Quelle zudem ein weithin sichtbares Identifikationsobjekt.

Am Freitag, 29. April, wird die Reihe mit einem Orgelkonzert fortgesetzt. Ab 19 Uhr spielt Kirchenmusikdirektor Johannes Vetter unter der Überschrift „Veränderungen“ Variationen von Buxtehude, Scheidt und Kagel. Der Eintritt ist frei.