Zeitzeugen berichten über den Bau der Johanneskirche

Erstellt am 18.12.2016

Gottesdienst und Zeitzeugenberichte: (v. l.) Archivarin Ingrun Osterfinke, Pfarrerin Claudia Boge-Grothaus, Friedrich Schmersahl, Konfirmandin Vanessa Telgheider mit dem Friedenslicht, Almut Schmersahl, Hans Lagerquist, Ute Schröder, Pfarrer Matthias Dreier und Reinhard Schröder.

60 Jahre Johanneskirche: Mit einem Lichtergottesdienst und Berichten von Zeitzeugen ist das Programm des Jubiläumsjahres am 4. Advent beendet worden.

Nachdem Konfirmanden im Gottesdienst das Fiedenslicht aus Bethlehem in die Kirche getragen hatten, befragte Pfarrerin Claudia Boge-Grothaus Zeitzeugen zur Architektur, der Technik und Erlebnissen beim Bau der Kirche 1956.

Manches kritische Wort hörte Bauunternehmer Hans Lagerquist, der seinerzeit als junger "Stift" das Gotteshaus mitbaute. "Scheune" hätten einige konservative Zeitgenossen das außergewöhnliche Bauwerk genannt - eine Kritik, die aber verstummte, als der Bau fertig war, erinnert sich Lagerquist.

Er selbst ist bis heute begeistert: "Dieser Bau ist einmalig, wir sollten stolz darauf sein." Die damals ungewöhnliche Architektur, lutherisch-bescheiden mit Sichtbeton und roten Ziegeln, italienisch-leicht mit abseits stehendem Turm, akkustisch und optisch eindrucksvoll mit dem sich nach Osten verjüngenden Kirchenschiff - der Bauunternehmer ist noch heute stolz, dass er als junger Mann dabei war.

Interessantes wussten auch die beiden Töchter des Architekten Günter Schmidt beizusteuern. Almut Schmersahl und Ute Schröder hatten ihre Männer mitgebracht und das Quartett wusste Interessantes über die Architektur beizusteuern - einschließlich Kopien von Originalzeichnungen.

Friedrich Schmersahl, selbst Architekt und Professor, beleuchtete auch, warum der erste Kirchturm abgerissen werden musste. "Beton war damals die Lösung für alles", berichtete er. Doch man habe nicht gewusst, dass durch den Beton hindurch viel Feuchtigkeit an die Armierstähle gelangen und diese rosten lassen würde.

Somit seien Abriss und Neubau des Turms unvermeidlich gewesen. "Mein Schwiegervater litt sehr darunter, dass der erste Turm abgerissen werden musste", erinnert er sich. Und würdigt die Johanneskirche als eindrucksvolles Zeichen einer neuen Architektur, die sich in den 50er Jahren durchsetzte. 

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