Presbyterium ruft zu Protest gegen Rechts auf

Erstellt am 11.10.2019

Das Presbyterium der Johannesgemeinde ruft alle Christinnen und Christen auf, sich gegen Rassismus, Antisemitismus und poltischen Extremismus zu stellen. Das Leitungsgremium der Gemeinde unterstützt das Bielefelder Bündnis gegen Rechts, das am Samstag, 9. November, zu Demonstrationen gegen einen rechtsextremistischen Aufmarsch in der Bielefelder Innenstadt aufgerufen hat.

Mitglieder des Presbyteriums treffen sich am Samstag um 11.45 Uhr vor C&A (nicht wie fälschlich angekündigt vor Karstadt) in der Bahnhofstraße, um von dort gemeinsam zur Kundgebung am Hauptbahnhof zu gehen. Das Presbyterium lädt alle Mitglieder und Freunde der Gemeinde herzlich ein, sich anzuschließen.

Wie im Vorjahr wollen Rechtsextremisten durch die Innenstadt marschieren, um für die Freilassung der mehrfach verurteilten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck zu demonstrieren. Das christliche Menschenbild, das Gebot der Nächstenliebe und das Eintreten für die freiheitlich-demokratische Grundordnung sind unvereinbar mit den Ideologien und der Hetze der Rechtsextremen. Dies hat aktuell der Anschlag in Halle wieder auf erschreckende Weise deutlich gemacht.

Informationen zu den geplanten Gegendemonstrationen finden Sie auf der Website des Bielefelder Bündnisses gegen Rechts.

Hier der Aufruf des Bündnisses gegen Rechts, den das Presbyterium der Johannesgemeinde mit unterschrieben hat - zum Herunterladen klicken Sie bitte hier:

Gegen Rassismus und Antisemitismus!
Holocaustleugnung ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!


Am 9. November, dem Jahrestag des Novemberpogroms, gedenken wir der Opfer des Holocausts. Auch in diesem Jahr finden in Bielefeld an diesem Tag Gedenkveranstaltungen unter großer Beteiligung der Stadtgesellschaft statt.

Wenn es nach dem Willen von Neonazis und Rechtsextremist*innen geht, soll es in diesem Jahr an diesem Tag eine Demonstration anlässlich des 91. Geburtstag der inhaftierten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck geben. Es sind die gleichen Personen, die bereits am 10. November 2018 eine Demonstration angemeldet hatten. Sie durften unter dem massiven Schutz der Polizei und gegen den Protest tausender Gegendemonstrant*innen stundenlang durch unsere Stadt marschieren.

Die angekündigte Demonstration von Holocaustleugner*innen am 9. November ist eine kalkulierte Provokation der gleichen Neonazis, die bei der Europawahl ge-zielt antisemitische Plakate vor Synagogen geklebt hatten und die vor gewaltsamen Übergriffen gegen Andersdenkende nicht zurückschrecken.

Längst werden in unserem Land nicht nur Naziparolen gerufen oder der Hitlergruß gezeigt. Die Zahl rechtsextremistisch motivierter Gewalttaten steigt drastisch an. Menschen werden antisemitisch, rassistisch oder homo- bzw. transphob angefeindet, angegriffen und schwer verletzt. Dass dabei auch der Tod von Menschen in Kauf genommen oder sogar vorsätzlich herbeigeführt wird, zeigen die NSU-Morde, aber auch zahlreiche Vorfälle in den letzten Wochen und Monaten. Der Mord an dem CDU-Politiker Walter Lübcke sowie der Terrorangriff auf die Synagoge in Halle/Saale durch Rechtsextremisten machen dringenden Handlungsbedarf deutlich. 

Wir stellen uns entschieden gegen Neonazis, Holocaustleugner*innen und ihre Sympathisant*innen in unserer Stadt!

Wenn die Verfolgung und die Ermordung von Millionen von Jüd*innen sowie vieler weiterer Menschen verharmlost und das Naziregime verherrlicht werden sollen, müssen wir dem umso lauter widersprechen!

Wir rufen alle Demokrat*innen auf, gemeinsam erneut ein deutliches Zeichen zu setzen und sich am Samstag, 9. 11. 2019 an den Aktivitäten für ein buntes und weltoffenes Bielefeld und gegen Holocaustleugnung zu beteiligen!