Abschied vom Gemeindefrühstück

Erstellt am 03.07.2022

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Im Leben kommt es tatsächlich gelegentlich vor, dass man einen Geistesblitz hat und er sich dann - beinahe wie von selbst - wunderbar umsetzen lässt!

So erging es vor zehn Jahren einer kleinen Gruppe von Queller Presbyterinnen.

Kaum zu glauben, aber ein junges Gemeindemitglied trat von sich aus auf diese Gruppe zu und bot seine Tatkraft an. Es war Tanja Krebs. Es dauerte nur ein Gespräch lang und die Idee, ein  Gemeindefrühstück zu entwickeln und anzubieten war geboren!

Und - siehe da! - es fand sich schnell eine handvoll Menschen zusammen, teils aus dem Presbyterium, teils aus der Gemeinde, die sich von der Idee begeistern ließ und bereit war, einmal im Monat dabei zu sein, um sie zu verwirklichen.

Jetzt würde man meinen, dass so ein Projekt mühsam "gemanagt" werden müsste - so ist man es im Leben ja gewohnt. Aber - nichts da! Wie von Geisterhand organisierte sich diese Gruppe von selbst. Und schon gab es für jede Aufgabe - und bei so einem Gemeindefrühstück sind das sehr viele und unterschiedliche Aufgaben - den perfekten "Umsetzer".

Es gab die starken Männer, die Trennwände entfernten und Tische und Stühle aufstellten. Es gab eine Expertin an der Kaffeemaschine, die diese sogar in den frühen Morgenstunden quasi im Halbschlaf bedienen konnte. Es gab Einkäufer:innen, eine Tischdekorateurin, eine Wurst- und Käseplatten-Gestalterin, Tischdecken:innen und so weiter, und so weiter.

Wie in einem gut-funktionierenden Ameisenstaat griffen diese Arbeitskräfte ineinander und - voilà! - das Queller Gemeindefrühstück war entstanden!

Finanziert wurde es über den Bauchinhalt eines dicken Sparschweins, das die Besucher nach eigenem Belieben füttern durften.

Und was so hoffnungsvoll anfing, entwickelte sich schnell zu einer tollen Erfolgsstory. Die Gäste kamen in Scharen, das Frühstück wurde genussvoll verzehrt, (wie viel Kaffee und Butter kann eine Frühstücksgesellschaft vertragen?!) und ganz nebenbei, fanden Neu-Queller schnell Anschluss im Dorf, Pläne für andere spannende Projekte wurden am Frühstückstisch geschmiedet, Adressen, Kochrezepte und praktische Tipps ausgetauscht. Dabei wurde munter geplaudert und viel gelacht.

Und das ging nicht nur den Besuchern so, sondern das Team in der Küche wuchs zu einer Freundesgruppe  zusammen, die sich bei der Arbeit wunderbar unterhielt.

"Und wäre nicht Corona gekommen, so gäb' es das noch heut' ..."

Wie bei jedem, geradezu märchenhaften Geschehen, kam dann doch das Ende.

Viele Queller fragen uns sehnsüchtig, wann unser Frühstück wieder weitergehen wird. Aber leider müssen wir, das Team, mit schweren Herzen berichten, dass wir uns entschieden haben, "Servus" zu sagen.

Abgesehen von den seuchentechnischen Problemen, die immernoch mit einer solchen Veranstaltung einhergehen, kommt noch hinzu, dass die Teamteilnehmer selbst mittlerweile mit neuen Lebensaufgaben konfrontiert worden sind. Bei dem einen oder anderen die eher unerfreulichen Aufgaben, die einem nach zehn langen Jahren die nachlassende Gesundheit stellt, bei anderen auch schöne Herausforderungen, wie wachsende Familien, etwa neue Enkelkinder, oder neue Hobbies und Unternehmungen.

Und so endet unser queller Märchen.

Zum Schluss bleibt nur noch, allen fleißigen Kräften zu danken, die dazu beigetragen haben, dass es möglich gemacht werden konnte, und - nicht zuletzt - unseren vielen Gästen, die mit ihrer tollen Rückmeldung, ihrem zahlreichen Besuch und ihren herzlichen Bezeugungen von Dankbarkeit unsere Arbeit beflügelt haben!

Hach, es war eine schöne Zeit!

Text: Elisabeth Ellendorff (Die Frau, die für die Wurst und die Käseplatten sowie für die Begrüßung zuständig war).